Way of Happiness

Wenig ist einfach. Und der Unterschied zwischen mutig sein und Mut haben ist größer als man sich vorstellen kann. Da gibt es seltene, kaum greifbare Augenblicke im Leben, in denen man zögert. Augenblicke, in denen man nicht mehr anders kann, als eine lebensverändernde Entscheidung zu treffen. Und weil das so selten vorkommt, bewegt man sich einfach gewohnt weiter. Aber da ist und bleibt dieser Sprung in der Schallplatte. Den kann man ignorieren. Nur: Kann man in diesem Zustand wirklich weiter der Musik lauschen?

Loslassen. Keine Komfortzone mehr, keine Sicherheit, keine Gewohnheiten. Ein Bruch an der Sollbruchstelle. Eine Zäsur. Fair sein, denn: Vieles war vielleicht gut in den letzten Jahren. Einiges war es nicht. Man ist ein Gefäß wie jeder andere Mensch auch. Und manchmal ist man nicht nur voll, sondern am Überlaufen. Schneisen. Eine Topographie deines Bewusstseins. Die Gravitation deines Unterbewusstseins. Stark und empfindsam sein. Clash of Skills. Clash of Ich habe keine Ahnung was zum Teufel manchmal los ist.

Loslassen. Sich die tiefe Sicherheit erkämpfen, dass man nicht nur Mut hat, sondern auch mutig ist. Und dass es sich lohnt und wichtig ist, seine Komfortzone zu verlassen. Loslassen. Das ist das leichteste Wort. Und die schwerste Aufgabe, wenn es sich dabei um dein Leben handelt. Sich etwas Unbekanntem zu stellen, ohne einen scheiß Kompass, eine Karte oder eine Taschenlampe in der Hand zu halten. »Das Leben ist kurz.« Das sagen viele Menschen. Die meisten wissen nicht, was sie meinen. Sie kennen das Wort: Loslassen. Das klingt sogar in der deutschen Sprache sanft. Los und lassen. Oh boy.

Vorgefertigten Wegen folgen, immer irgendwo reinpassen und akzeptiert werden. Es ist so schwer so einen Weg zu verlassen, an einer Kreuzung zu stehen und sich zu entschließen, seinen ganz eigenen Trampelpfad aufzumachen. Da, wo es nichts gibt, an dem man sich orientieren kann. Ein Leben, in dem der Kopf an ist. In dem man akzeptiert, dass man nicht alles kontrollieren kann. Auch sich selbst nicht.

Und wenn man den Sprung in der Platte nicht mehr ignorieren kann, wieso wechselt man dann einfach nur die Platte? Wenn es Musik ist, kaufst du dir eine neue Kopie. Wenn es dein Leben ist, was dann? Höre dem Sprung zu. Das einzige Privileg, das man wirklich nur mit einem angeschalteten Kopf haben kann, ist, dass man sich infrage stellt und die daraus resultierenden Wahrheiten akzeptiert. Die dich vielleicht loslassen lassen. Es dauert meistens eine Ewigkeit, bis man das begreift. Oder es dauert eine Ewigkeit bis man nicht nur Mut hat, sondern auch mutig wird.

Mit Zweifeln und diffuser Traurigkeit tanzt man durch sein Leben. Vieles ist und bleibt verborgen. Denn das Leben ist nicht nur kurz, sondern auch süß. Und blendet einen manchmal so warm und sanft, dass man nicht sieht, wo sich die Konsequenz bei vielen wichtigen Dingen hin verdrückt. Und dich da stehen lässt. Und dann kommen die Probleme. Oder es kracht mal im eigenen Leben. Was dann?

Mike Skinner alias The Streets hat das im letzten Song seines Debütalbums in einfacher Sprache auf den Punkt gebracht.

Was kann man sagen? Das Essentielle in uns – glaub es oder nicht – ist etwas, dass dauerhaft arbeitet, unabhängig davon, ob du es belächelst oder nicht. Irgendetwas wird dir die Tür, die Richtung deines Trampelpfades zeigen. Dir die Liebe zeigen. Mit beiden Seiten. Dass du lieben kannst, aber auch geliebt wirst. Und das diese beiden Seiten das Ökosystem deiner Seele, deines Charakters und deiner Persönlichkeit ausmachen. Hab nicht nur Mut. Sei mutig. Denke und dann tu es auch.

»Love is noble. It’s transparent. And it comes from the desire to love. It won’t come for the sake of it. It’s coming slowly. The light will come with the time and the more you believe, the more you will feel of love. If you choose your very own path in love and life, it will be scary as fuck. Because everything you want to be answered is already in your mind. Look for the key. It’s you, who have to make a choice. How to get back the lost love makes us understand where we are going wrong. So don’t look for answers you want to know. Look for answers you need to know. Let it go. And go.«

Klingt alles kaum verständlich? Aber was ist schon einfach? Wenig. Das ist eine harte Lektion. Und sie kann ein Leben verändern, wenn man mutig ist. Und nicht nur Mut hat.