Endi ließ sich und seine verbeulte Waschmaschine von einem deutschen Reisenden an den Serpentinen kurz vor Thethi, einem kleinen Dorf in der Komuna Shala in den Albanischen Alpen, per Anhalter mitnehmen. Der Deutsche war viel zu schnell auf den steinigen, unbefestigten Pfaden gefahren, sodass er voll auf die Bremse gehen musste. Während der Jeep über die scharfkantigen Steine schlidderte, platzte der rechte Hinterreifen mit einem lauten Knall, der eine längst vergessene und zutiefst absurde Geschichte erstmalig in die Gegenwart zurückkatapultierte. So hatten sie sich also kennen gelernt. Endi brachte seine Fähigkeiten im Reifenwechseln ein, was angesichts der albanischen Straßen – sofern man die Trampelpfade in diesem Teil des Landes überhaupt als Straßen bezeichnen konnte – ein notwendiges Handwerk war, das die meisten seiner Landsleute aus dieser Gegend aus dem Effeff beherrschten. Im Gegenzug wuchteten sie zu zweit die Waschmaschine auf das verrostete Dach des Jeeps und befestigten diese mit ein paar öligen Seilen, welche lose im Kofferraum unter dem Reiserucksack des Deutschen und einem Benzinkanister herumlagen. Weiterlesen →