Wenn man erst mal knapp 200 Tage tot ist, stellt sich innerlich ein stumpfes, schlauchendes Gefühl ein. Fast kräftezehrend. Obwohl alles sehr warm und hell zu sein scheint, verliert man den Glauben an die Trennung von Tag und Nacht. Die ersten 100 Tage waren sehr eigenartig. Wir haben uns lange darüber gestritten, ob es überhaupt noch Sinn macht über Zeit und ihr Verstreichen zu sprechen, geschweige denn darüber nachzudenken. Etwas, das aufhört, das endet, ja, das passiert einfach nicht mehr. Nach einem Ende gibt es für die Sache, die aufhört zu existieren, absolut nichts mehr. »Unvorstellbar«, sage ich dazu und du nickst kurz, lächelnd. Dieses Lächeln. Es ist ein Ornament, eine Verzierung auf müde gewordenen Mauern. Der Putz bröckelt. Weiterlesen →