Meine Pechsträhne begann auf einer Party im Damenviertel. Während ich meine zweite Schachtel Gauloises anbrach, beobachtete ich einen Typen, der ein Camouflage-Shirt mit der Aufschrift No Rain No Pain trug. Wasserstoffblondgefärbte Locken hingen ihm ins Gesicht. Er trug eine goldene Kreole im rechten Ohrläppchen und hatte leichten Pflaum. Ein Bändchen an seinem linken Handgelenk verriet mir, dass er einer von der Sorte war, der sich das ganze Jahr auf das SonneMondSterne-Festival freut. Er stand etwas verloren in der vollgequalmten Küche zwischen diesen jungen, dynamischen Menschen rum und glotzte apathisch in seinen Wodka. Ich starrte ihn an und so langsam merkte er meine Blicke. Als ich 16 war, sah ich ihm ziemlich ähnlich. Damals stand ich aber nicht abgehalftert auf Partys herum, sondern buchte Pauschalreisen an den Balatonsee, wo ich dann zwei Wochen lang jeden Abend gefühlte drei Liter Sangria trank, im Southside zu Offspring auf Tischen tanzte, Freunde dazu ermunterte an der Mr. Siofok Wahl teilzunehmen und zwei Wochen lang jeden Tag in meiner eigenen Kotze aufzuwachen. Die Kontoauszüge meines Karma-Kontos machten mir deutlich, dass ich in letzter Zeit über meine Verhältnisse gelebt hatte und so beschloss ich den H.P. Baxxter-Verschnitt anzusprechen. Er sah so aus, als hätte er lange Zeit nicht mehr Plus gemacht. Weiterlesen →