Advertising Holidays

Der Turm aus Werbeprospekten auf meinem Küchentisch wuchs von Tag zu Tag, von Woche zu Woche immer höher, und drückte auf die schwere Last des Briefes meiner Mutter. Mich beruhigte das irgendwie, es hielt die Worte von mir fern, die ich sowieso nicht begreifen konnte. Manchmal saß ich morgens, abends oder auch ganze Tage an den Wochenenden einfach nur an diesem quadratförmigen Holztisch, starrte den Papierstapel an, oder aus dem Fenster, trank Kaffee und genoss die Stille, die außerhalb meines Kopfes in diesen vier Wänden herrschte. Ich war dankbar für die Schwerkraft, für ihre Macht und ihre Möglichkeiten, Dinge unter anderen Dingen zu begraben, verschwinden zu lassen, gar vergessbar zu machen. Aus einem Grund, den ich nicht verstand, ging ich nicht so weit, den Brief ungelesen oder ungeöffnet wegzuwerfen. Ich war mir sicher, dass das ein Fehler gewesen wäre und mich endgültig in ein Chaos gestürzt hätte, dessen Kontrolle mir aus den Händen geglitten wäre. Weiterlesen →