Auf dem Kleiderbasar in Herāt sprach Kaja einen Niederländer an, der uns für eintausend fünfhundert Dollar mit seinem 720er Datsun nach Kabul fahren sollte. Er sagte, dass sei ein schnapper, nicht nur für die Länge der Strecke, sondern vor allem für die Regionen, die wir durchqueren mussten.
Nachdem sich der etwas untersetzte Niederländer von uns überreden ließ, anstelle des Highways Richtung Süden, die direkte Route mitten durch das Land zu nehmen, schob er seine verspiegelte Sonnenbrille mit dem Mittelfinger ein Stück auf dem Nasenrücken nach oben und blickte sich suchend um. Er winkte eine alten Paschtunen zu uns, mit dem er sich kurz auf Darī unterhielt. Der alte Mann nickte gelegentlich und kratzte sich dabei an seinen buschigen, graumelierten Augenbrauen, die in der Mitte zu einer Monobraue zusammengewachsen waren.
Mir kam das alles nicht geheuer vor, wie dieser Niederländer auf den Paschtunen einredete, wild gestikulierend auf uns zeigte und sich in den Sprechpausen immer wieder die Haare aus seinem verschwitzten Gesicht wischte, so absolut cosmopolitan.
Es war entsetzlich heiß. Ich hatte Durst und Kaja meinte, sie könne ihr Mojo spüren. Weiterlesen →